| Ameisen en masse - groß und stark |
| El eje cafetero |
| Etwa zweieinhalb Autostunden von Cali entfernt |
Am Dienstag ging es wieder an die Arbeit. Der Wecker um Viertel vor 6 ist mein größter Alptraum, aber die Helligkeit hilft sehr beim Wachwerden.
In meiner Escuela San Pedro begrüßen mich die Kinder liebevoll wie immer. Ich habe jetzt einen Stundenplan und lerne somit jede Klasse kennen. Die Klassenstufen heißen hier 0 (Vorschule), 1, 2, 3, 4a, 4b, 5, AC (Beschleunigung; hier sind Kinder von 11 bis 13 Jahre, die später eingeschult wurden und noch nicht lesen und schreiben konnten). Ich habe in verschiedenen Klassenstufen die Jahreszeiten in Deutschland und die Laternenfestidee vorgestellt. Die Kinder sind von der Idee begeistert. Obwohl niemand Vorkenntnisse in der deutschen Sprache hatte, haben wir gleich mit "Ich gehe mit meiner Laterne" angefangen. Das ging in jeder Klasse unterschiedlich gut, aber die meisten Kinder haben schon kräftig mitgesungen.
Am Mittwoch war ich zuerst wieder in der zweiten Klasse. Die Kinder hier sind zwar sehr anhänglich, aber von allen die verhaltensaufälligsten. Als ich eine ruhige Minute mit der Lehrerin hatte, hat sie mir die Geschichten einzelner Kinder erzählt. Jede ist eigen, aber alle sind ähnlich hart.
Daniel, der lauteste Junge, der fast immer in Streit, wenn nicht in einer Prügelei ist, ist ein Beispiel. Er und seine Familie wurden auf Grund von Guerilla und Bürgerkrieg vertrieben, bzw. "umgesiedelt" wie es hier heißt. Sie kamen nach Cali und hatten nichts. Keinen Job, kein Geld, kein Zuhause, keine Ausbildung. Der Vater ist Straßenverkäufer von gebrannten Filmen und ähnlichem. Der Bruder ist drogenabhängig und seit einiger Zeit verschwunden. Die Mutter arbeitet auch. Als was habe ich nicht genau verstanden, aber im nächsten Satz sagte mir die Lehrerin: "Das Viertel im Zentrum, wo die Familie wohnt, ist bekannt für Prostitution und Pornographie." Die Lehrerin hat Daniel einmal zu Hause besucht, um mit den Eltern zu sprechen. Alle wohnen in einem Zimmer. Zusammen mit Ratten und Kakerlaken.
Alejandro ist auch in der zweiten Klasse. Sein Vater ist im Gefängnis. Der neue Freund seiner Mama auch.
Luis' Vater wohnt irgendwo anders. Seine Mama arbeitet immer. Der neue Mann der jungen Oma - hier bekommen viele Mädchen zwischen 14 und 17 Kinder - ist das neue Familienoberhaupt. Gewalt ist für ihn Alltag.
So ungefähr ging es dann weiter. Drogen, Kriminalität, Prostition, Gewalt...
Vor etwa zwei Wochen habe ich die Armut hier zu spüren bekommen, als ich am hellen Tag ausgeraubt wurde. Ich habe nie mehr bei mir außer etwa 2€ für den Transport und meinem 18€-Handy. Eigentlich wollte ich das nicht in den Blog schreiben, damit sich niemand unnötige Sorgen macht. Meine Mama weiß aber mittlerweile Bescheid und ich will keine wichtigen Wahrheiten weglassen.
Den Leuten, häufig auch Drogenabhängigen, geht es nur um Materielles. Ein Paar Pesos sind schon genug. In Montebello sind derartige Fälle nicht so normal. In den letzten Jahren ist das keinem der Freiwilligen dort passiert. Die Polizeipräsenz ist jetzt größer und es gab eine Festnahme. Außerdem kennt man sich im Dorf. Die meisten Leute wissen was wir Deutschen machen und schätzen die Arbeit. Nach dem Raub waren viele Leute beschämt und haben uns sofort Hilfe angeboten. Es wird nicht wieder passieren... In Montebello ist die Gefahr mit Abstand geringer als in anderen Viertel in der Stadt. Man muss wissen wo und wann man sich aufhalten kann. Und ich kann allen sagen: Wir sind sehr vorsichtig und keinem wird etwas passieren.
Der Donnerstag und der Freitag in der Schule waren super. So langsam bekommt die Arbeit Routine. Ich habe den Kindern aller Stufen von Deutschland erzählt und Fotos von Hamburg gezeigt. Sie waren fasziniert. Ob ich denn mit dem Auto nach Kolumbien gekommen sei? Ich habe also eine Karte an die Tafel gemalt, den Kindern einige Wörter auf deutsch beigebracht, ihnen erzählt was wir für Tiere, Früchte, Fortbewegungsmittel, Landschaften, Temperaturen haben, dass es unterschiedliche Jahreszeiten gibt, dass die Uhrzeit in Deutschland anders ist und und und... Das Fremde und Unbekannte interessiert sie sehr.
Heute ist Sonntag. Morgen früh geht es wieder an die Arbeit.
Viele Grüße aus Cali!!
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AntwortenLöschenHi
AntwortenLöschenVariationsmöglichkeiten. Karneval Kostüme und deren Kauf war noch nie so interessant und einfach wie heute, und Leute beginnen, immer neue unkonventionelle Kostüme auszuprobieren. Ein Karneval Kostüm verwandelt normale Menschen in lustige und außergewöhnliche Persönlichkeiten, die den Karneval genießen wollen. Diese Eigenschaft der Fasching Kostüme erfasst jeden, ob Mann oder Frau, ob jung oder alt.in sehr großer Auswahl angeboten und zum anderen ist es für Eltern schwer, überhaupt an Kostüme zu kommen. Beim Kinder Faschingskostüm sieht es aber komplett anders aus.
Ameise Kostüm